Der Welpe kommt


Es ist ein fantastisches Erlebnis, den Welpen beim Züchter abzuholen, nach Hause zu fahren und ihm sein neues Heim zu zeigen. Hat die Fahrt lange gedauert, wird er bereits im Auto geschlafen haben. Nun wird er neugierig sein Zuhause erkunden. Lassen Sie ihm viel Zeit. Das Hündchen wurde und wird mit vielen neuen Geräuschen und Gerüchen bombardiert und muss das natürlich erst mal verdauen: der Geruch von Ihnen, anderen Familienmitgliedern, der Decke im Auto, die Stimmen, Motorengeräusche, der Verkehrslärm und das Schaukeln des Wagens.

Zuerst sollte man dem Kleinen die Stelle zeigen, wo er sich künftig erleichtern soll. Wenn der Welpe dringend muss, wird er, wenn nicht, dann nicht. Ich setzte damals meinen Welpen vor der Schwelle hin. Er sollte den ersten Schritt in sein neues Leben selbständig machen. Ich liess ihn herumlaufen und sein Zuhause entdecken. Es wäre schön, wenn dieser erste Moment ohne Lärm und Trara genossen werden könnte. Laden Sie nicht alle Freunde ein, dafür ist noch lange Zeit. Der Welpe wird bald müde sein, Zeit, ihm seinen Schlafplatz zu zeigen. Helfen sie sachte nach, wenn er nicht selber hinein krabbelt. Schon jetzt können Sie den Befehl verwenden, damit der Hund an seinen Platz geht: „Posto, Posto“.

Sprechen Sie in normaler Lautstärke, auch wenn der Hund schläft. Alle bisher üblichen Geräusche sollen weiterhin üblich bleiben. Der Hund lernt, dass er auch schlafen kann, wenn es rundherum turbulent zu und her geht.

Die erste Nacht könnte unangenehm und nervenzehrend sein. Der Welpe ist zum ersten Mal alleine, sein Rudel ist nicht da. Bleiben Sie unbedingt hart, wenn er weint oder heult. Es ist normal, dass der Hund auf seinem Platz schläft und Sie auf Ihrem. Lehren sie ihn nicht, dass er Aufmerksamkeit bekommt, wenn er heult, winselt oder bellt. Halten Sie durch!

Nun erzähle ich noch einige Details von meiner Erfahrung mit Labradorhündin Sina während der ersten Monate.

Ernährung

Nur grosse Knochen

Ich hätte nie gedacht, dass ein Hundemagen so empfindlich sein könnte. Ich war der Meinung, dass ein Hund alles fressen könne, vor allem Knochen. Genau das ist aber falsch. Gibt man einen Knochen, dann darf es nur ein ganz grosser sein und man muss ihn wegnehmen, sobald der Hund sich daran macht, den Knochen zu zerbeissen. Der Hund zerkaut nämlich den Knochen nicht generell zu einem feinen Brei. Er schluckt auch kleinere und grössere Stückchen. Diese können, nachdem sie den Magen passiert haben, den Darm verletzen (perforieren). Spätestens beim grossen Geschäft merkt man dann, dass man dem Tier mit dem Knochengeschenk keinen Gefallen getan hat.

Hundefutter zu nährstoffreich ?!

Meine Labradorhündin Sina litt von Anfang an fast einmal wöchentlich an Durchfall und sie erbrach sehr häufig. Ich fütterte Pedigree Junior Trockenfutter. Dann sagte mir die Tierärztin, dass dieses Futter zu nährstoffreich sei. Also studierte ich die verschiedenen Angebote und entschied mich für dasjenige, das am wenigsten Fett enthielt. Achten Sie auch auf den Zucker, der dem Futter beigemischt wird. Völlig unnötig und schädlich! Vielleicht kam der Durchfall aber auch vom Bach – möglicherweise die Aufregung? Jedes Mal, nachdem sie im Wasser war, setzte sie kurz darauf kein Häufchen, sondern nur einen Brei. Erst im Alter von etwa 10 Monaten besserte sich das.

Verfressener Labrador

Sina frass als Welpe nicht überaus viel und sie hörte auf, wenn sie genug hatte. Das änderte sich dann später ins Gegenteil. Die tägliche Futterration musste grammgenau abgewogen werden. Bei den Spaziergängen nahm sie alles ins Maul, was gut roch und vielleicht gegessen werden könnte. Eine Freundin erklärte, dass Labradors eben verfressen seien und dass man eigentlich nichts dagegen tun könne. Ich konnte das nicht glauben und arbeitete viel an diesem Problem. Wenn ich Sina fütterte, stellte ich den Napf vor sie hin, aber sie durfte erst loslegen, wenn sie mein Okay hatte. Damit wollte ich erreichen, dass sie immer zuerst mich „fragt“, bevor sie etwas frisst. Sie sollte lernen, weder von Fremden etwas anzunehmen noch vom Boden etwas aufzulesen. Irgendetwas muss ich wohl falsch gemacht haben. Sie frisst von mir nur, wenn ich das Okay gebe, draussen aber liest sie auf, was sie findet und ich bin sicher, wenn sie die Gelegenheit hätte, würde sie auch von Fremden etwas annehmen. Bis Sina sieben Monate alt war, fütterte ich zweimal täglich. Immer häufiger hätte sie morgens gerne mehr gegessen. Also gab ich mehr und verkleinerte die Abendrationen. Später bekam sie ihr Futter nur noch am Morgen. Zwischendurch gab’s beim Training einige Leckerlis als Belohnung.

Körperpflege

Zeitaufwändiges Ohrenproblem

Ein anderes Problem waren ihre Ohren. Da war viel braunes Zeugs drin, das angeblich vom Muttertier übernommen worden war. Ich reinigte die Ohren täglich zwei Mal und gab Medikamente hinein, aber es wollte einfach nicht bessern. Später erhielt Sina eine Spritzenkur, die auch nichts nützte.

Tierarzt-Rechnungen muss man auch bezahlen, wenn der Besuch für die Katz‘ war.

Erst beim zweiten Mal funktionierte es endlich. Danach waren die Ohren sauber, mussten aber wöchentlich gereinigt und mit Medikamenten behandelt werden.

Hautkrankheit ev. wegen Allergie

Und dann litt Sina auch noch unter einer Hautkrankheit, die möglicherweise allergiebedingt war. Die Haut war dunkelbraun und mit einem fast schwarzen, krustigen Belag bedeckt, vor allem an den Hinterpfoten. Offenbar juckte es stark, denn Sina konnte sich hingebungsvoll die Pfoten lecken und wenn ich da nicht Einhalt gebot, hätte sie sich blutig geleckt. Weder Tier- noch Menschenmedikamente halfen, auch keine Cortison Salbe. Eine Hautuntersuchung ergab ebenfalls nichts (wieder TA für nix bezahlt). Nachdem ich auf das ziemlich teure Futter ohne Konservierungsstoffe wechselte, ging es viel besser.

Hund an körperliche Untersuchung gewöhnen

Ich rate, den Hund von Anfang an daran zu gewöhnen, dass Sie ihn untersuchen und überall anfassen dürfen. Üben Sie das einmal wöchentlich. Das erleichtert auch dem Tierarzt das Leben.

Spiel

Die Tierfutter- und Spielzeugindustrie produziert nicht fürs Tier, sondern für den Menschen. Schliesslich sind wir es, die einen Kaufentscheid treffen. Das Spielzeugangebot ist entsprechend vielfältig und bunt. Ich kaufte Quietsche-Hotdog, Gummischlauch (nicht zum Schlagen!), Lederball, Frisbee, Kauknochen und einiges mehr. Diese Dinge hielten ziemlich lange, wenigstens in meinem Fall. Den Schlauch hatte sie fast ein Jahr. Ab etwa dem achten Monat hatte sie zwar immer noch Freude an den quietschenden Dingern, aber wenn sie vom Spielen müde war, legte sie sich hin und zerkaute es. Das Hotdog hatte sie in kleinste Schnipsel zerlegt. Am liebsten spielte Sina mit Holz. Auf den Spaziergängen suchte sie sich immer Äste, die mindestens drei Mal so lang waren als sie. Sobald sie weit genug von mir weg war, blieb sie stehen und begann, die Rinde wegzureissen und am Holz herum zu nagen. Ganz verrückt war sie nach Wasser. Es war schwierig, sie davon abzuhalten, in den kleinen Bach zu springen.

Als sie etwas älter wurde, begann sie mit Kräftemessspielen. Dazu genügte ein Seil mit einem Knoten an jedem Ende. Dann spielten wir Seilziehen. Ansonsten liebte sie es, wenn ich mit den Händen an ihrer Schnauze rumfummelte. Sie biss nie, man konnte jederzeit einen Finger oder die ganze Hand zwischen die Zähne stecken.

Der Chef gewinnt

Es ist wichtig, dass der Chef bei den Spielen schlussendlich immer gewinnt! Kein Rudelführer würde ein Tier aus seiner Meute beim Spielen gewinnen lassen (siehe die 7 goldenen Regeln der Rangordnung).

Zerstörung

Davon konnte bei meinem „Baby“ nicht die Rede sein, vielleicht auch deshalb, weil ich aufpasste und ihr zuvorkamen. Nach zwei Monaten begann sie, nachts herum zu wandern und mit Schuhen zu spielen. Sie nützte die kurze Zeit, in der ich eine Mütze voll Schlaf nahm aus, um mein Sortiment bis in die hintersten Ecken zu verteilen. Sie beschädigte aber nur einen einzigen Schuh etwas. Die Schnürsenkel waren für sie von besonderem Interesse. Es dauerte drei Monate, bis mir der Kragen platzte. Schnell war ein Ring tief in der Wand verankert und ich band sie an ihrem Platz an, obwohl es mir fast das Herz abdrückte. Aber es ist doch so: nachts soll der Hund schlafen. Es gibt keinen Grund, weshalb er in der Wohnung umherstreifen müsste.