Voraussetzungen für die Hundehaltung


Die Lebensumstände des Hundebesitzers müssen für einen Hund geeignet sein. Hier einige Stichworte, über die man sich Gedanken machen muss. Die Liste ist natürlich nicht vollständig. Es kann auch helfen, wenn Sie sich einfach mal vorstellen, Sie hätten einen Hund. Wie wäre Ihr Tagesablauf, wie würde Ihr Leben dann aussehen, wie würden Sie sich organisieren?

Sauberkeit

Das Empfinden von Sauberkeit ist individuell. Meine Freunde machen ab und an diffuse Andeutungen, dass ich in dieser Beziehung vielleicht etwas anspruchsvoll bin. Trotzdem lassen sich die Tatsachen nicht von der Hand weisen. Ausser dem Pudel und dem Nackthund verlieren alle Hunde Haare. Die Wohnung muss häufiger geputzt werden. Die Bereiche, in denen sich mein Hund aufhielt, musste ich täglich saugen, seinen Fressplatz feucht aufwischen. Die abwischbaren, weissen Wände seiner Schlafnische reinigte ich etwa monatlich. An den Hosenbeinen klebte immer die haarige Hälfte des Hundes. Deshalb lag in der Garderobe immer ein Klebrolli bereit (für die Hosenbeine, nicht den Hund). Auch das Auto musste innen oft gereinigt werden. Ein Thema, das mich damals besonders beschäftigte: Wie gehe ich vor, wenn ich mit dem nassen, verschmutzten Hund nach Hause komme?

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Finanzen

Ein Hund kostet richtig viel Geld. Die Hundemarke, Hundeschule oder -kurse, Futter, Spielzeug, Tierarzt, Tickets im ÖV – es sammelt sich einiges an. Man muss auch damit rechnen, dass man „Pech“ hat mit dem Hund und dass er kränkelt. Ein Unfall kann hohe Folgekosten verursachen. Auch ich gab während ein gewissen Zeit mehr Geld für den Veterinär aus als für den Arzt meiner Familie.

Zeit

Der Hund braucht Gesellschaft. Sich einen Feierabend- und Wochenendhund zu halten ist unfair und nicht tiergerecht. Sind Sie bereit, Ihre Urlaube künftig mit dem Hund zu verbringen oder muss er für diese Zeit ins Tierheim? Frönen Sie einem hundegerechten Hobby? Werden Sie sich gerne und viel mit dem Hund beschäftigen, spazieren gehen, mit ihm Spielen, ihn fordern und fördern? Ein Hund beansprucht Ihre Zeit.

Ein Hund braucht Platz

Ist die Wohnung (oder das Haus) gross genug? Erlaubt der Vermieter die Hundehaltung? Wie stehen die Nachbarn zu Ihrem Hund, vor allem, wenn er bellt? Ist Ihr Auto gross genug für eine Hundebox oder eine andere Hundesicherung? Und nicht zuletzt noch ein Hinweis darauf, dass der Hund Ihre Einrichtung zerkratzen oder zerkauen könnte. Man kann sich bemühen, wie man will, es geht immer mal was kaputt. Unsere Sina bleibt uns nicht zuletzt wegen des angeknabberten Vorhangs immer in Erinnerung.

Soziales Umfeld

Falls Sie schon Haustiere haben, überlegen sie sich, ob die sich mit dem neuen Hund verstehen würden. Auch der Hund muss sich mit den anderen Tieren verstehen. Sind Babys oder Kinder im Haushalt, muss man sich auch darüber Gedanken machen. Wie kommen Ihr Beruf und der Hund zusammen?

Gesetze, da sträubt sich das Fell

Lesen Sie sich in die Hundegesetzgebung Ihres Landes und Ihres Wohnortes ein. Es gibt EU-weite Regelungen. In der Schweiz ist das Hunderecht ergänzend zum Bundesrecht (Tierschutzverordnung) auch kantonal geregelt. So müssen Neuhundehalter vor dem Kauf einen Theoriekurs besuchen und im ersten Jahr nach dem Kauf ein Training absolvieren. In Deutschland gibt es ebenfalls ein Bundesrecht und ein Landesrecht und kommunale Regelungen. In Österreich erlassen die Bundesländer Vorschriften.

Es braucht unter Umständen starke Nerven, diese Gesetze kennen zu lernen. In der Schweiz werden Hunde z.B. erfasst und registriert wie Menschen. Es besteht eine Meldepflicht, der Hund wird besteuert, er muss vom Tierarzt einen Microchhip eingesetzt bekommen. In den deutschsprachigen Ländern werden Sachen geregelt, da sträubt sich einem das Nackenfell! Länge der Leine, polizeiliches Führungszeugnis für den Halter, x Stunden Hundeschule, Wesenstest (nur für den Hund?), Verbot, bestimmte Gebäude oder Areale zu betreten (z.B. Friedhof), Maulkorbzwang usw. Hier noch ein Leckerli aus Saudi-Arabien:

In einigen Städten Saudi-Arabiens wie Dschidda, Mekka und neuerdings auch der Hauptstadt Riad ist der Verkauf und das Ausführen von Hunden oder Katzen verboten, da dies laut Polizei häufig die Kontaktaufnahme zwischen Männern und Frauen begünstige. Das Tier kann bei Zuwiderhandlung beschlagnahmt werden.

In meinen Augen wird hier der Hund über das Kind gestellt. Werdende Eltern brauchen weder einen guten Leumund, noch müssen sie beweisen, dass sie tauglich sind und über die notwendigen Kenntnisse verfügen. Das ist bedenklich.